Integration ist eine Herausforderung - Wirtschaftsverbände informierten über Chancen und Möglichkeiten

Pressemitteilung der IHK Siegen vom 04.03.2016: Die massive Zuwanderung von Flüchtlingen und Asylbewerbern stellt die heimische Wirtschaft vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig bietet sie den Unternehmen und Handwerksbetrieben in unserer Region aber auch eine Chance, der negativen demografischen Entwicklung und dem damit verbundenen Fachkräftemangel zu begegnen.

Die Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd, die Industrie- und Handelskammer Siegen und die Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein hatten jetzt vor diesem Hintergrund zu einer gemeinsamen Veranstaltung ins Haus der Siegerländer Wirtschaft in Siegen eingeladen, um über Möglichkeiten und Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen in die Wirtschaft zu informieren. Rund 150 Vertreter aus Unternehmen und Handwerksbetrieben nahmen daran teil. [...]

Dass die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt nicht ohne weiteres möglich ist, machte Stephanie Krömer, Vertreterin der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Siegen-Wittgenstein, gleich zu Beginn deutlich. Neben den höchst unterschiedlichen persönlichen Voraussetzungen, die die Flüchtlinge mitbringen, sei auch eine ganze Reihe von rechtlichen Vorgaben zu beachten. „Am einfachsten ist dabei die Integration bereits anerkannter Asylbewerber“, so Stephanie Krömer. Sie stünden dem Arbeitsmarkt uneingeschränkt zur Verfügung. Geduldete hätten bestimmte Fristen zu beachten. Beschäftigungsmög-lichkeiten seien für sie erst ab dem vierten Monat eingeschränkt möglich.

Um die unterschiedlichen Zuständigkeiten von Arbeitsagentur und Jobcenter transparenter zu machen und sowohl für die Flüchtlinge wie auch für die Arbeitgeber eine zentrale Informations- und Anlaufstelle zu schaffen, habe man die Integration Points eingerichtet, jeweils einer in Siegen und einer in Olpe. Dort laufen inzwischen alle Fäden zusammen. Dort kann auch eine umfassende Beratung stattfinden.

Dass die Sprachförderung ein ganz entscheidender Punkt für eine erfolgreiche Integration ist, darüber waren sich alle Beteiligten einig. Derzeit befinden sich in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe 879 Menschen in Sprachförderkursen, die von der Arbeitsverwaltung angeboten werden. Insgesamt betreuen die beiden Integration Points 1.020 Flüchtlinge von derzeit 6.750 in beiden Kreisen. [...]

In einer abschließenden Gesprächsrunde berichteten Vertreter von verschiedenen Unternehmen über ihre ersten Erfahrungen mit der Integration von Flüchtlingen. Rainer Kurth, Geschäftsführer der SI-TorSysteme GmbH aus Kreuztal, beschäftigt einen Flüchtling aus Eritrea als Montagehelfer und fand, dass die Einstellungshürden relativ gering waren. „Für uns stand der Mensch dabei im Vordergrund und es funktioniert gut.“ Eine Erfahrung, die Isabelle Kirschke, Koordinatorin Marketing und Personal bei HERING in Burbach, bestätigen konnte. In ihrem Unternehmen waren zeitweise vier Flüchtlinge als Praktikanten tätig. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht. Auch den Kollegen hat die Zusammenarbeit viel gebracht.“ Fritz und Ursula Wied von der Metzgerei & Partyservice Fritz Wied in Erndtebrück betonten die Unterstützung, die in vielen Handwerksbetrieben notwendig sei. Sie begrüßten deshalb auch die Einrichtung der Integration Points als eine zentrale Anlaufstelle. „Es geht nicht nur darum, die Menschen so schnell wie möglich in Arbeit zu bringen. Es müssen auch die dafür notwendigen Sprach- und Kulturtechniken erlernt werden. Und das braucht einfach Zeit“, betonte Ursula Wied, die selber in Sprachkursen tätig ist.


Nichts mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren HERING-Newsletter!

Newsletter IconNewsletter