Traumberuf mit viel Verantwortung

Unterwegs in der documenta-Stadt Kassel: Christina Gnutschij und Helena Weber im Interview mit unserem Lokführer Torsten Ostrowski

Torsten Ostrowski, 54 Jahre alt aus Haldensleben, verheiratet, zwei Kinder

Was ist die Aufgabe eines Lokführers?
Die Hauptaufgabe eines Lokführers besteht darin, die Baustelle mit den benötigten Baumaterialien zu bedienen. Das können zum Beispiel Wagen mit Gleisschotter oder Schwellen sein. Wichtig ist vor allem, dass die angeforderten Materialien pünktlich und zuverlässig geliefert werden.

Welche Aufgabe hat der Arbeitszugführer? (AZ-Führer)
Der Arbeitszugführer befindet sich auf dem vordersten Wagen in der Reihe der an die Lok angehängten Wagen. Wenn die Lok in Richtung der Wagen fährt, ist er quasi das „verlängerte Auge“ des Lokführers. Der Arbeitszugführer muss genau die Signale beobachten und an den Lokführer übermitteln. Weil er viele Arbeitsvorgänge überwacht, trägt der Arbeitszugführer viel Verantwortung. Aus Sicherheitsgründen muss er sich alle 10 Sekunden beim Lokführer als „anwesend“ melden.

Wie bist du auf den Beruf des Lokführers gekommen?
Ich habe zuerst als Arbeitszugführer gearbeitet und so die Arbeit des Lokführers genau kennen gelernt. Und weil mir die mir die Aufgabe gut gefiel, habe ich mich Schritt für Schritt weitergebildet. Mittlerweile übe ich diesen Beruf seit zehn Jahren aus.

Welche Voraussetzungen braucht man, um deinen Beruf ausüben zu können?
Wer Lokführer werden möchte, muss mindestens 21 Jahre alt sein. Es ist gut, wenn man bereits einen metallischen Beruf erlernt hat und sich für Technik begeistert. Darüber hinaus muss sich  jeder Lokführer einem psychologischen Eignungstest sowie einer ausführlichen ärztlichen Untersuchung stellen.

Wie bist du zu HERING gekommen?
Auf einer Baustelle in Remagen hatte ich Kontakt zu Mitarbeitern der Firma HERING. Das Unternehmen kam sympathisch rüber und ich habe eine Bewerbung abgeschickt.

Was ist das Schlimmste, was dir bei einer Fahrt passiert ist?
Ich musste nach einem Personenschaden auf dem Gleis (tödlicher Unfall) einen Kollegen ablösen. Dies war eine psychische und emotionale Herausforderung.

Wie läuft dein Arbeitsalltag ab?
Bevor wir die Fahrt antreten, müssen die Wagen gekuppelt werden. Alle Handbremsen werden gelöst und von uns überprüft. Auch die Ladungssicherung ist sehr wichtig. Der Ölstand der Lok sollte regelmäßig geprüft werden und bevor die Freigabe des Fahrdienstleiters zur Abfahrt erteilt wird, muss man seine persönliche Fahrer-ID in das System der Lok eingeben. So kann der Fahrdienstleiter sehen, mit wem die Lok besetzt ist. Sollte man also ein rotes Signal überfahren, ist man sofort „überführt“.

Ist dies dein Traumberuf?
Ja, auf jeden Fall.

Was magst du am Lokführer sein am liebsten?
Es ist eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit! Man hat mit netten Kollegen zu tun und wenn man häufiger mit dem gleichen AZ-Führer zusammenarbeitet, baut man ein Vertrauensverhältnis auf. Durch die wechselnden Arbeitsorte wird es nie langweilig, denn es sind immer andere Bedingungen vor Ort, in die man sich einarbeiten muss. Zudem lernt man viele neue Menschen kennen.

Was magst du an deiner Arbeit nicht so gern?
Es ist schon mein Traumberuf. Allerdings sollte man eine große Bereitschaft zum Schichtdienst mitbringen und bereit sein, auch an Wochenenden zu arbeiten. Das macht es manchmal schwierig, Beruf und Privat miteinander zu vereinen.  

 


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